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Qualitätsbericht 2016

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule

Die Jakob-Muth-Schule, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung in Essen, erfüllt ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag im Qualitätsbereich 1 (personale und Schlüsselkompetenzen) in hoher Qualität.

Durch das übergreifende ETEP-Konzept (Entwicklungstherapie/ Entwicklungspädagogik) unterstützt die Schule systematisch und vorbildlich die Entwicklung der personalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, insbesondere des Selbstvertrauens, der lebenspraktischen Selbstständigkeit und der Verantwortungsbereitschaft. Durch den professionellen Umgang in Krisen- und Konfliktsituationen werden Schülerinnen und Schüler beispielgebend in ihrer Toleranz- und Konfliktfähigkeit gefördert.

Die Förderung von Schlüsselkompetenzen versteht die Schule als übergreifenden Auftrag ihrer erzieherischen und unterrichtlichen Tätigkeit. Eine durchgängig wertschätzende Lernatmosphäre und die intensive Hinwendung zum einzelnen Kind fördern die Anstrengungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler ebenso wie Lernanreize, individuelle Verstärkerpläne und die Würdigung erreichter Lernfortschritte und -ergebnisse im Bereich des Verhaltens, u.a. auch in Förderplan- und Entwicklungsgesprächen.

Qualitätsbereich 2: Lernen und Lehren - Unterricht

Die Jakob-Muth-Schule hat allgemeine Grundsätze der sonderpädagogischen Förderung im entwicklungspädagogischen Curriculum formuliert. Die Schule nutzt im Rahmen der Unterrichtsvorbereitung und Förderplanerstellung den Entwicklungspädagogischen Lernziel-Diagnose-Bogen (ELDiB). Die Ergebnisse der Einschätzung liefern ein Profil vorhandener und noch nicht vorhandener Fähigkeiten des einzelnen Kindes.

Angelehnt an den ELDiB wurde ein schulinterner Lehrplan für das Fach Deutsch erarbeitet. Dieser liefert Materialvorschläge und Tipps für Themen sowie Hinweise auf Differenzierungsmaßnahmen. Der Schülerbogen bietet eine Grundlage für Eltern- und Schülergespräche und ist Basis der individuellen Förderung.

Die Schule hat allgemeine Grundsätze zur Lernerfolgsmessung und Leistungsbewertung mit Bezug zur Rechtsnorm dokumentiert. Optimierungsbedarf besteht in der strukturierten Verknüpfung von Lernerfolgsmessung (Leistungsbewertung im erweiterten Sinne) mit konkreten, an Kompetenzerwartungen orientierten Unterrichtsvorhaben.

Die im Schulprogramm formulierten „Schlaglichter der Förderung“ (ausgehend von Grundprinzipien, dem EPU, einer besonderen Lernumgebung, Strukturen und Haltungen sowie musisch-kreativen und abenteuerpädagogischen Aktivitäten) bilden die Basis, wenn schulinterne Lehrpläne weiterentwickelt werden und konkrete Angaben zu Maßnahmen, Methoden, Medien und Materialien aufgezeigt werden und ein Bezug zur Lernerfolgsüberprüfung hergestellt wird. Im Rahmen des Entwicklungspädagogischen Unterrichts (EPU) werden Wochenthemen fächerübergreifend erarbeitet.

Im Bereich der individuellen Förderung gelingt der Schule - ausgehend von einer schulweit verabredeten Prozessdiagnostik mit dem ELDiB - in beispielgebender Weise die Umsetzung des im Schulprogramm ausgewiesenen Anspruchs auf eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung. Durch die sehr differenzierte Ausweisung von Beobachtungs- und Einschätzungskategorien kann die Schule Fördermaßnahmen für jedes einzelne Kind, aber auch für die Lerngruppe ableiten.

Schülerbetreuung und Schülerberatung stellen eine besondere Stärke der Jakob-Muth-Schule dar. Schulweit verabredete Maßnahmen zur regelmäßigen Beratung von Schülerinnen und Schülern, Eltern und (aufnehmenden Schulen) sichern den Anspruch der Jakob-Muth-Schule, ein temporärer Förderort für ihre Schülerinnen und Schüler zu sein, vorbildlich.

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

Die Jakob-Muth-Schule gestaltet vorbildlich alle Kriterien aus, die das soziale Klima betreffen. Hier stellt sich die Schule erfolgreich ihrem Auftrag, den Schülerinnen und Schülern ein Umfeld zu bieten, das von dem Gefühl der Sicherheit, von respektvollem und freundlichem Umgang und Klarheit der Verhaltensregeln geprägt ist. Innerhalb des pädagogischen Teams herrscht ein großer Konsens zum Umgang mit Konflikten, gleichsinniges Handeln ist durchgehend vorbildlich gesichert. Vielfältige Maßnahmen wie ein vereinbarter Ablauf zur Krisenintervention und ein Erziehungsvertrag zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sichern die hohe Identifikation aller Beteiligten mit der Schule.

Schülerinnen und Schüler beteiligen sich am Schulleben, u.a. bei Feiern, Aufführungen und im Rahmen von Projekten. Unterrichtsinhalte zur Erprobung demokratischen Verhaltens (z.B. im Sinne des Klassenrates) werden in einzelnen Klassen vermittelt. Vorhandene Potenziale innerhalb der Elternschaft werden bei der Gestaltung des Schullebens genutzt. Im Rahmen der vorgesehenen Gremien wirken Eltern mit. Durch die enge Kooperation im Rahmen der Erziehungsarbeit erhalten Eltern Einblick in die Fördermaßnahmen der Schule und können diese im häuslichen Umfeld fortsetzen.

Die Jakob-Muth-Schule kooperiert mit anderen Schulen vor allem im Rahmen des Rückschulungsverfahrens und hält ein Beratungsangebot zur Förderung von Schülerinnen und Schülern im Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung an Regelschulen bereit. Eine große Anzahl von Schülerinnen und Schülern wird nachmittags in heilpädagogischen Tageseinrichtungen gefördert, zu denen die Schule eine enge Verbindung hat, um Fördermaßnahmen abzustimmen.

Qualitätsbereich 4: Führung und Schulmanagement

Für die Organisation des Vertretungsunterrichtes bestehen an der Jakob-Muth-Schule klare Regelungen. Schülerinnen und Schüler sind festen Vertretungsklassen zugeordnet. Die Arbeit mit Vertretungsmappen und die gelingende Teamarbeit in den Jahrgangsstufen sichern die inhaltliche Fortsetzung des Unterrichts. Die Schule vermeidet zuverlässig Unterrichtsausfall.

Die Jakob-Muth-Schule hat ein übergreifendes Konzept für die Unterrichtsgestaltung im Rahmen der ETEP-Konzeption (Entwicklungstherapie / Entwicklungspädagogik) über die Jahre erarbeitet und sich darauf verständigt mit Wochenplanungen als entwicklungspädagogischem Unterricht (EPU) zu arbeiten. In dieser vorbildlich umgesetzten ganzheitlichen, epochenartigen Unterrichtskonzeption werden unterrichtliche Themen mit entwicklungspsychologischen Lernzielen verknüpft und sichern so die Förderung im Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung.

Die Lehrkräfte arbeiten in unterschiedlichen Teams professionell zusammen. Die Schulleitung verpflichtet zu inhaltlichen Absprachen in unterschiedlichen schulischen Teams und ermöglicht Teamarbeit durch festgelegte Besprechungszeiten. Die Schule zeichnet sich durch eine hohe Vereinbarungskultur der unterschiedlichen Professionen aus und sichert somit die sonderpädagogische Förderung beispielgebend.

Qualitätsbereich 5: Professionalität der Lehrkräfte

Die Fortbildungsthemen der letzten Jahre weisen aus, dass sich das Kollegium mit zentralen Bausteinen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung auseinandergesetzt hat, die mit den schriftlich niedergelegten Entwicklungsvorhaben korrespondieren. Der fachliche Austausch wird durch die vereinbarten Teamstrukturen und die Weitergabe in Konferenzen genutzt. Die Schule orientiert sich bei der Planung von Fortbildungsmaßnahmen an einem Qualitätszyklus, der von der Ermittlung von Fortbildungsthemen über konkrete Vereinbarungen und Planungen auch stets den Bereich der schulinternen Evaluation in den Blick nimmt, um Fortbildungsplanung passgenau auf den Schulentwicklungsprozess abzustimmen. Hervorzuheben ist hier der vorbildliche Austausch zwischen Schulleitung, Fortbildungsbeauftragten und Lehrkräften.

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung

Die schulprogrammatische Arbeit an der Jakob-Muth-Schule mit Ausrichtung an den eigenen Entwicklungsperspektiven erfolgt in themen- und schwerpunktbezogenen Arbeitsgruppen. Die geplante Vorgehensweise, Terminsetzungen und verantwortliche Personen werden in gemeinsamer Verantwortung des Kollegiums geplant und von der Schulleitung kontrolliert. Aus den im Konsens aller Professionen erarbeiteten Schulentwicklungsthemen werden in den Arbeitsgruppen handlungsleitende und auf die Schulentwicklungsthemen abgeleitete Ziele formuliert. Die regelmäßige Vergewisserung durch die Schulleitung sichert die Zielerreichung ab.

An der Jakob-Muth-Schule ist eine Reflexionskultur etabliert.


Support:
Alfried Krupp-Schulmedienzentrum